Als Role Model inspirieren und motivieren
Menschen lassen sich gerne durch Role Models inspirieren, das gilt auch für Frauen in der Wissenschaft. Aber schon allein aufgrund des Geschlechterverhältnisses in der Wissenschaft sind Frauen hier benachteiligt. Männer haben in der Regel viele Vorbilder zur Auswahl und können dadurch besser erfahren, welcher Führungsstil, welcher Wissenschaftsstil usw. zu ihnen passt. Sobald Sie also als Wissenschaftlerin sichtbar werden, sind Sie ein inspirierendes und motivierendes Role Model für andere Frauen. Insbesondere in Disziplinen mit einem geringen Frauenanteil verändert sich dadurch die Perspektive von Wissenschaftlerinnen auf ihrem eigenen Karriereweg. 1
Geschlechterstereotypen widersprechen
Wissenschaftlerinnen widersprechen den etablierten Geschlechterstereotypen und weichen damit ab von den Rollenerwartungen an Frauen (siehe auch Sichtbarkeit und Geschlecht). Daher wird das Verhalten von sichtbaren Frauen oft als untypisch, unnatürlich oder sogar unerwünscht angesehen. Dies kann wiederum dazu führen, dass sichtbare Frauen anders – beispielsweise als aufdringlicher – bewertet werden als sichtbare Männer.
Mit Sichtbarkeit Geschlechterstereotype abbauen
Als sichtbare Wissenschaftlerin leisten Sie einen Beitrag zum Abbau von Geschlechterstereotypen in der Gesellschaft. Stereotype vereinfachen die Bewertung von Personen, beeinflussen unser Denken und Handeln größtenteils unterbewusst und werden ab der frühen Kindheit durch Beobachtung und Erfahrungen erworben. Weiblichen Personen wird gemeinhin weniger Kompetenz und mehr Wärme zugeschrieben, wenn sie als nicht konkurrenzfähig oder wettbewerbsorientiert wahrgenommen werden.2 Das bedeutet aber auch: Persönliche Erfahrungen mit geschlechteruntypischen Role Models lassen die etablierten Denkmuster aufbrechen, wenn diese in ausreichender Häufigkeit auftreten. Diese Erfahrungen können dann nicht mehr als Ausnahmen von der Regel interpretiert werden, sondern verändern grundlegende Überzeugungssysteme. 3