Sind meine Leistungen gut genug?

Kennen Sie das Gefühl? Sie haben hart gearbeitet, viel erreicht, doch da sind auch Zweifel. Sind meine Leistungen wirklich interessant genug, um darüber zu sprechen? Gerade Frauen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften stehen zudem oft im Schatten ihrer Universitätskolleg:innen.

Gegen alle Selbstzweifel

Egal wie erfolgreich sie sind, viele Professorinnen haben Zweifel, ob ihre Arbeit gut genug ist, um sie zu zeigen. Die gute Nachricht ist: Diese Zweifel lassen sich ablegen. Der erste Schritt besteht darin, nicht auch noch die Schuld für die Selbstzweifel bei sich selbst zu suchen. Dafür müssen Sie sich nicht schämen!

Es liegt nicht an Ihnen, sondern an den Strukturen

Frauen wird häufig das Imposter-Syndrom zugeschrieben: Sie fühlen sich trotz ihres beruflichen Erfolgs unzulänglich. Die Ursache hierfür liegt oftmals in den gesellschaftlichen Strukturen. In den langen Zeiten des Patriarchats wurde Frauen Schwäche gewissermaßen anerzogen und ihre Leistungen wurden weniger gewürdigt. Gleichzeitig sollen Frauen heutzutage leistungsfähig sein, dazu noch jung und schön, zudem eine fürsorgliche Mutter und liebevolle Partnerin. Diese Erfahrungen und Erwartungen begünstigen die Selbstzweifel von Frauen. 1

Work in Progress zeigen - Unfertiges ist willkommen

Keinesfalls sollten Wissenschaftlerinnen auf das perfekte Ergebnis warten, ehe sie darüber sprechen – egal, ob es sich um abgeschlossene oder unfertige Projekte handelt. Warten Sie nicht auf Perfektion. Es ist völlig in Ordnung, unfertige Arbeiten und Zwischenergebnisse zu präsentieren. Suchen Sie geeignete Formate, um Ihre Ideen und work in progress zu präsentieren. Besonders auf Konferenzen treffen Sie auf fachkundiges Publikum und erhalten wertvolles Feedback. Nutzen Sie diese Chance und ersparen sich viele Extraschleifen. Davon profitieren Sie, Ihre Zuhörer:innen und die Qualität Ihrer Forschung.

Sichtbarkeit ist ein Prozess – kein perfektes Endergebnis

Sichtbar zu werden, passiert Schritt für Schritt. Beginnen Sie klein, sprechen Sie über Ihre Forschung, Ihre Herausforderungen und Errungenschaften – sei es in Vorträgen, Blogbeiträgen oder in Gesprächen mit dem Kollegium.

Mut statt Perfektion

Wissenschaft lebt vom Austausch, gerade unvollkommene Ergebnisse tragen zur Diskussion bei. Mutig zu sein und sich zu zeigen – auch mit einer noch nicht perfekten Präsentation oder mit nur Zwischenergebnissen, hat oft viel mehr Wirkung als das Streben nach Perfektion.

Den ersten Schritt machen

Auch wenn das Imposter-Syndrom weit verbreitet ist, sollte Sie es nicht davon abhalten, Ihre Arbeit der Welt zu präsentieren. Kritische Selbstreflexion ist wertvoll für die persönliche Entwicklung, doch irrationale Selbstzweifel sollten nicht die Sichtbarkeit von Forschung ausbremsen.

Quellen:

1
Tulshyan Ruchika, Burey Jodi-Ann: Stop Telling Women They Have Imposter Syndrome. Online verfügbar unter https://hbr.org/2021/02/stop-telling-women-they-have-imposter-syndrome

Sichtbarkeit ist machbar
– probieren Sie es aus!

Hier können Sie sich Handlungsempfehlungen für Ihre individuelle Sichtbarkeitsstrategie zusammenstellen, welche Sie anschließend als PDF herunterladen können.

Mein Weg zu mehr Sichtbarkeit
Hochschule München